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ZfS, Jg. 13, Heft 4 (1984)

Chancengleichheit und Segregation: Ein Vorschlag zur Messung ungleicher Chancenstrukturen und ihrer zeitlichen Entwicklung

Johann Handl

Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit diskutiert die wichtigsten der bislang in der Forschung verwandten Verfahren mit Hilfe des Dissimilaritätsindex Phänomene der Chancengleichheit bzw. Segregation zu messen und in ihrer zeitlichen Veränderung zu bestimmen. Aus der Kritik am Ungenügen dieser Ansätze wird ein neues, auf dem allgemeinen log-linearen Modell basierendes Verfahren zur Zerlegung des Dissimiliritätsindex entwickelt. Dies teilt die Veränderung des Dissimilaritätsindex in der Zeit in zwei Komponenten: eine einzig durch den Strukturwandel der betrachteten Ungleichheitsdimension zwischen zwei Zeitpunkten bedingte Veränderungskomponente (Struktureffekt) und einen Teil (Interaktionseffekt), der davon unabhängig Reduzierung oder Vergrößerung von Chancenungleichheit im engeren Sinn erfaßt. Die Nachteile der bislang verwandten Verfahren wie die Vorteile der neuen Methode werden an Hand einer Untersuchung der Veränderung der geschlechtsspezifischen Bildungschancen der 28-30 Jährigen im Zeitraum zwischen 1950 und 1982 dargestellt.

Schlagworte: Chancengleichheit, Methode, Index, Indexbildung, Forschung, Segregation