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ZfS, Jg. 13, Heft 3 (1984)

Wie transformiert man labile in stabile Relationen? Zur Persistenz postmaterialistischer Wertorientierungen

Wolfgang Jagodzinski

Zusammenfassung: Spezifikationsfehler können sich in LISREL-Modellen umso verheerender auswirken, je geringer die Zuverlässigkeit der Indikatoren ist. Im ersten Teil des Aufsatzes wird anhand von hypothetischen Beispielen demonstriert, wie Stabilitätskoeffizienten durch Spezifikationsfehler aufgewertet werden können, wenn die latenten Orientierungen nur mäßig mit den Indikatoren korrelieren. Die statistischen Kennzahlen, die normalerweise in Forschungsberichten publiziert werden, geben meist keinen Hinweis auf mögliche Defekte. Allenfalls durch eine sorgfältige Analyse der Residuen und durch Schätzung theoretisch plausibler Alternativmodelle kann man sich vor den Risiken von Fehlschlüssen schützen. Im zweiten Teil wird eine Studie von Dalton (1981) reanalysiert, die relativ unzuverlässige Indikatoren zur Messung materialistischer und postmaterialistischer Wertorientierungen verwendet. Dabei werden bereits geringfügige Veränderungen der Modellannahmen einerseits zu einer besseren Anpassung an die Daten, andererseits zu einem erheblich niedrigeren Stabilitätskoeffizienten für die postmaterialistischen Wertorientierungen führen.

Schlagworte: Bewertung, Modell, Messung, Verfahren, mathematische Methode, statistische Methode, Methodenforschung, Sozialwissenschaft, Wertorientierung, Stabilität, Postmaterialismus