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ZfS, Jg. 13, Heft 3 (1984)

Meinungswandel und Bedeutungswandel. Ein Problem der Analyse kulturellen Wandels, dargestellt an schulischen Zielwerten in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1958 und 1979

Heiner Meulemann

Zusammenfassung: Der gemessene Wandel von Antworthäufigkeiten in Umfragen zu verschiedenen Zeitpunkten kann auf einen Meinungswandel und auf einen Bedeutungswandel hinweisen. Wenn für jeden Zeitpunkt mehrere theoretisch geordnete Fragen vorliegen, dann kann die Beziehungsstruktur als ein Indikator für die Bedeutung der Fragen angesehen und durch den Wandel der Beziehungsstruktur der Bedeutungswandel unabhängig vom gemessenen Wandel erfaßt werden. Bleibt die Beziehungsstruktur konstant, so kann der gemessene Wandel als Meinungswandel gewertet werden. Diese Forschungsstrategie wird an einem Inventar schulischer Zielwerte erprobt, das 1958, 1973 und 1979 erhoben wurde. Um Stabilität oder Wandel der Bedeutungen zu prüfen, werden Prokrustes-Rotationen der Konfigurationen aus multidimensionalen Skalierungen für jeden Zeitpunkt verwandt. Die Bedeutungen sind in den Gesamtstichproben durchgängig und in Teilstichproben gerade dort konstant, wo der stärkste gemessene Wandel auftritt. Der gemessene Wandel der schulischen Zielwerte kann also tatsächlich als Meinungswandel aufgefaßt werden.

Schlagworte: Einstellung, soziale Indikatoren, Umfrageforschung, Bundesrepublik Deutschland, Bevölkerung, Bedeutung, Meinung, Strukturwandel, Antwortverhalten, Kulturwandel