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ZfS, Jg. 13, Heft 2 (1984)

Klassenlagen als Determinanten von Einkommensungleichheit

Michael Terwey

Zusammenfassung: In diesem Artikel wird eine These, die in der nordamerikanischen Soziologie von Wright und Perrone aufgestellt wurde, nochmals überprüft. Die genannten Autoren gehen von der Annahme aus, daß marxistisch definierte Klassenlagen in charakteristischer Weise als Einkommensdeterminanten wirken. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den klassenspezifischen Zusammenhängen zwischen Schulbildung und Einkommenshöhe. Die diesbezüglichen Hypothesen aufnehmend, vergleichen wir einige der für die USA resultierenden Hauptergebnisse mit den Resultaten eigener Untersuchungen für die Bundesrepublik. Abgesehen von geringfügigen Unterschieden ergeben sich auch hier ähnliche klassenspezifische Relationen zwischen Schulbildung und Einkommen, welche überwiegend in Einklang mit den marxistischen Hypothesen gesehen werden können. Die Einführung weiterer einkommensrelevanter Variablen läßt die jeweils spezifische Bedeutung der Klassenpositionen für die Einkommensdifferenzierung noch deutlicher hervortreten. Während die empirischen Ergebnisse somit das Zusammenwirken von individuellen Merkmalen und strukturellen Rahmenbedingungen bei der Einkommenserzielung aufzeigen, muß auf der Seite theoretischer Interpretation die spezifisch marxistische Komponente kritisch hinterfragt werden.

Schlagworte: Einkommen, Verteilung, soziale Ungleichheit, Gleichheit, Klassenlage