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ZfS, Jg. 13, Heft 2 (1984)

Ansteckung, Abschreckung und Zyklen militärischer Konflikte und internationaler Kriege im 20. Jahrhundert

Wolf-Dieter Eberwein, Heinz-Werner Nienstedt

Zusammenfassung: Wirkt militärische Gewaltanwendung im internationalen System ansteckend oder abschreckend, generell oder periodisch wiederkehrend? In der nachfolgenden Analyse begrenzter militärischer Konflikte (1900-1976) und internationaler Kriege (1900-1977) wird versucht, mit Hilfe des dafür geeigneten Box-Kenkins-Ansatzes eine Antwort darauf zu geben. Wie die Analyse zeigt, entscheiden sich die Staaten unabhängig vom vergangenen Gewaltniveau im internationalen System, ihre Ziele durch Krieg zu erreichen. Darüber hinaus gibt es keinerlei erkennbaren Kriegszyklus im 20. Jahrhundert. Militärisch begrenzte Konflikte dagegen zeigen ein wesentlich komplexeres Muster. Erstens nehmen sie mit der Zahl der Staaten im internationalen System systematisch zu. Zweitens sind im 20. Jahrhundert auch nach der Bereinigung um das Wachstum des Systems drei zeitlich begrenzte Imitationsphasen zu beobachten. Diese hängen mit den beiden Weltkriegen zusammen. Abgesehen von diesen zeitlich begrenzten Imitationseffekten sind darüber hinaus keine systematischen Zusammenhänge identifizierbar, wie die Box-Jenkins-Analyse ergab. Analog zu den internationalen Kriegen ist darüber hinaus kein Zyklus des Auftretens militärischer Konfrontationen erkennbar.

Schlagworte: militärischer Konflikt, Prognose, Abschreckung, Gewalt, Krieg, 20. Jahrhundert, internationales System