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ZfS, Jg. 13, Heft 1 (1984)

Kosten-Nutzen-Kalküle als Grundlage einer allgemeinen Konfliktsoziologie

Erich Weede

Zusammenfassung: Dies ist ein Versuch, eine Erklärungsskizze oder theoretische Perspektive für die Auseinandersetzung mit Macht, Konflikt und sozialem Wandel aufzuzeigen. Dieser Versuch basiert auf dem methodologischen Individualismus und der Wert-Erwartungs- oder Nutzentheorie. Konflikthandlungen werden als das Resultat von Kosten-Nutzen-Kalkülen angesehen, nicht als Folge von absoluten oder relativen Deprivationen. Eine unüberwindliche Ursache sozialer Konflikte ergibt sich aus der bloßen Existenz von Positionsgütern. Gleichzeitig vermitteln Positionsgüter aber auch entscheidende Anreize zur Kooperation und zur Beschaffung kollektiver Güter. Hier wird die Auffassung vertreten, daß Gruppen und Gesellschaften oft kollektive Güter erkaufen, indem sie Positionsgüter schaffen. Unglücklicherweise sind Positionsgüter gleichzeitig oft kollektive Übel. Dieses grundsätzliche soziale Dilemma taucht immer wieder auf: bei der Diskussion sozialer Normen und Eigentumsrechte, beim Staat und revolutionärem sozialen Wandel, in der 'rent-seeking society' und in der Weltwirtschaft.

Schlagworte: Nutzen, Weltbevölkerung, Erklärung, Macht, Revolution, Herrschaft, Eigentumsrecht, Theorie, soziale Norm, sozialer Konflikt, sozialer Wandel, öffentliches Gut, Konfliktforschung