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ZfS, Jg. 11, Heft 4 (1982)

Zur Entwicklung kooperativer Arbeitsbeziehungen: Versuch einer Prozeßanalyse

Franz Traxler

Zusammenfassung: Kooperative Arbeitsbeziehungen wurden bisher vor allem unter dem Gesichtspunkt ihrer Stabilitätsbedingungen untersucht. Dagegen existieren kaum Studien zu der Frage, welche Prozesse kollektiven Handelns zur Ausbildung dieser Beziehungen führen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Beitrag der Gewerkschaft zur Entwicklung kooperativer Beziehungssysteme. Dies geschieht in einem ersten Schritt anhand der Analyse der Entstehung der österreichischen 'Sozialpartnerschaft' als einem Paradefall kooperativer Interessenvermittlung. Ausgehend von den Befunden dieser Fallstudie wird sodann ein theoretischer Bezugsrahmen der Entwicklung kooperativen Gewerkschaftshandelns vorgelegt. Es wird zu zeigen versucht, daß das Problem der Organisationssicherheit in diesem Zusammenhang entscheidende Bedeutung besitzt. Die Gewerkschaften versuchen, ihren Beistand gegenüber den im Akkumulationsprozeß angelegten Risiken mit normativen (d.h. institutionellen und organisatorischen) Mitteln zu sichern. In dem Maß, in dem ihnen dies gelingt, wird dadurch ihre Integration in ein kooperatives System der Interessenvermittlung als unantizipierter 'side-effect' vorangetrieben.

Schlagworte: Gewerkschaft, historische Entwicklung, Entwicklung, Arbeitsprozess, Österreich, Kooperation, Gewerkschaftspolitik, Kollektivverhalten, Sozialpartnerschaft