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ZfS, Jg. 11, Heft 1 (1982)

Der Einfluß der Frankierungsart auf den Rücklauf von Antwortkarten

Wolfgang Blass-Wilhelms

Zusammenfassung: Es wurden mehrere nutzentheoretische Hypothesen zu den Wirkungen der Frankierungsart von Antwortkarten auf das Verhalten der angezielten Respondenten einer Stichprobe von 611 Männern geprüft. Es zeigte sich, daß der Rücklauf bei briefmarkenfrankierten Antwortkarten rund viermal höher war als bei Antwortkarten mit dem Stempel 'Porto zahlt Empfänger'. Die Frankierungsart hatte jedoch keinen Einfluß auf die Teilnahme, d.h. Terminvereinbarung zum Interview bzw. die Verweigerung des Interviews, soweit sie auf den Antwortkarten geäußert wurde. Hinsichtlich der Kosten von Antwortkarten wurde die Vermutung widerlegt, Antwortkarten mit dem Stempelaufdruck seien preiswerter. Effektiv sind sie für vergleichbare tatsächlich erzielte Antworten rund dreimal teurer als briefmarkenfrankierte Karten. Letztlich wurde ein Grenzkostenwert von DM 67,42 ermittelt, bis zu dem die Verwendung von briefmarkenfrankierten Anwortkarten kostengünstiger ist. Da Sozialwissenschaftler an einem möglichst hohen Rücklauf interessiert sind, werden sie daher die zunächst höheren Herstellungskosten von briefmarkenfrankierten Antwortkarten in Kauf nehmen müssen. Die Effektivkosten pro Antwort bei Frankierung mit Briefmarken sind anschließend nämlich rund ein Drittel niedriger.

Schlagworte: Analyse, Antwortverhalten, Kosten, Befragung, Datengewinnung