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ZfS, Jg. 11, Heft 1 (1982)

Wie autonom ist der autonome Sektor? Zum Verhältnis von Staat und freigemeinnütziger Wohlfahrtspflege bei der Umstrukturierung ambulanter Pflegedienste

Friedhart Hegner, Heinz-Jürgen Dahme

Zusammenfassung: Mit Bezug auf die Daseinsvorsorge im Sozial- und Gesundheitsbereich bieten sich prinzipiell folgende Alternativen zu staatlichen Aktivitäten an: individuelle Selbsthilfe und soziale Selbstorganisation Problembetroffener sowie Leistungs- oder Dienstangebote durch private Unternehmen und durch freigemeinnützige Träger der Wohlfahrtspflege. Am Beispiel ambulanter Pflegedienste für Kranke, Altersschwache und Behinderte wird in diesem Artikel die Frage untersucht, wie leistungsfähig kirchliche und verbandliche Träger der freien Wohlfahrtspflege sind und in welchem Umfang sie zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Des weiteren wird am Beispiel der Konzipierung und Implementation staatlicher Förderrichtlinien für 'Sozialstationen' dargestellt, auf welche Weise Bundesländer und Kommunen einerseits sowie organisierte 'gesellschaftliche Kräfte' (Kirchen, Verbände) andererseits bei der Entdeckung, Definition und Bearbeitung eines sozialen Problems ('Pflegenotstand') kooperieren. Die empirischen Untersuchungsergebnisse werden unter Bezug auf aktuelle Theoriediskussionen interpretiert: beispielsweise Neo-Korporatismus, Implementationsforschung, politisch-ökonomische Sektortheorien ('third sector', 'autonomer Sektor').

Schlagworte: Organisation, Wohlfahrt, Altenpflege, Pflege, soziale Dienste, Alternative, Gesundheitswesen, Verband, soziales Problem, informelle Struktur, Organisationsstruktur, Krankenpflege, Selbsthilfe, Sozialstation, Subsidiarität