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ZfS, Jg. 11, Heft 1 (1982)

Das ethnomethodologische Programm einer "radikalen" Soziologie

Rolf Eickelpasch

Zusammenfassung: Der Anspruch der Ethnomethodologie, durch einen radikalen Perspektivenwechsel soziologischen Forschens das methodische Fundament der sozialen Wirklichkeit freizulegen, wird durch die Explikation der theoretischen Grundkonzepte dieses Forschungsansatzes - Indexikalität, Reflexikalität, dokumentarische Methode, Basisregeln - einer kritischen Prüfung unterzogen. Durch einen Vergleich mit einigen Konzepten der Sozialphänomenologie von A. Schütz, auf den sich die Ethnomethodologen durchweg berufen, wird das Spezifikum der 'ethnomethodologischen Einstellung' aufgezeigt. Das ethnomethodologische Programm einer 'radikalen Forschung', die nicht die reale Sozialwelt, sondern die subjektiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsformen der sozialen Realität zum Gegenstand hat, scheint unvereinbar mit einer materialen Sozialforschung, wie dargelegt wird, und wirft gravierende methodologische und wissenschaftstheoretische Probleme auf.

Schlagworte: Soziologie, Sozialforschung, Ethnomethodologie, Methodologie, Forschungsansatz, Phänomenologie