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ZfS, Jg. 10, Heft 4 (1981)

Interviewer- und Situationseffekte in Umfragen: eine log-lineare Analyse

Wendy J. Hoag, Klaus R. Allerbeck

Zusammenfassung: Antworten von Befragten in Umfragen stellen nicht nur deren 'Meinungen' dar, sondern enthalten auch Effekte der Situation wie Einflüsse des Interviewers oder die Anwesenheit Dritter. Das log-lineare Modell der Tabellenanalyse ist geeignet, solche Effekte analytisch zu erfassen. Daten zweier Umfragen werden mit diesem Modell untersucht. Dabei werden Einflüsse des Geschlechts des Interviewers sowie des Sprachgebrauchs des Interviewers (Dialekt oder Hochdeutsch) nachgewiesen. Die Hypothese, Interviewereffekte seien Scheinkorrelationen, wird zurückgewiesen. Einflüsse der Situation auf das Befragtenverhalten sind kein technisch auszuschaltender Störfaktor, nach dessen Abzug eine 'wahre Meinung' des Befragten vorstellbar ist. Das Problem ist nicht allgemein technisch, sondern spezifisch theoretisch. Inhaltliche 'Theorien' dürfen nicht unproblematische Messungen postulieren, sondern müssen auch Meßvorschriften spezifizieren.

Schlagworte: Artefakt, Interdependenz, Situation, Befragung, Interview