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ZfS, Jg. 10, Heft 4 (1981)

Aufstiegszufriedenheit: Eine empirische Untersuchung zum Zusammenhang von Aufstiegswunsch, -möglichkeit und -zufriedenheit bei kaufmännischen Angestellten

Wolfgang Rippe, Wolfgang Pippke

Zusammenfassung: Die sich abzeichnende Verringerung der Aufstiegsmöglichkeiten in der Bundesrepublik und die negativen Begleitumstände einer Unzufriedenheit mit den Aufstiegschancen geben Anlaß zu einer genaueren Analyse der Bestimmungsgründe von Aufstiegszufriedenheit. Die Probleme bei der Verwendung von Erwartungs-Valenz-Modellen für diesen Zweck (mit den wahrgenommenen Aufstiegsmeoglichkeiten und den Aufstiegswünschen als Einflußgrößen) werden theoretisch diskutiert; die Brauchbarkeit eines speziellen Modells dieses Typs wird an Daten über kaufmännische Angestellte empirisch überprüft. Danach hat die Einschätzung der persönlichen Aufstiegschancen eine viel größere Bedeutung als die Stärke der Aufstiegswünsche. Unabhängig von den Aufstiegschancen haben in einem erweiterten Modell auch die Zufriedenheit mit dem Vorgesetzten und -indirekt- die Anerkennung der geleisteten Arbeit einen starken Einfluß auf die Aufstiegszufriedenheit. Auf Grund der Ergebnisse erscheint der Versuch wenig aussichtsreich, drohenden Unmut über unzulängliche Aufstiegschancen durch Aufklärungsaktionen mit dem Ziel einer Reduktion der Aufstiegswünsche zu dämpfen; etwaiger Aufstiegszufriedenheit kann man ohne tiefgreifende Veränderungen, z.B. von Organisationsstrukturen, kurzfristig eher mit führungspsychologischen Maßnahmen begegnen.

Schlagworte: Berufsaussicht, Arbeitszufriedenheit, beruflicher Aufstieg, sozialer Aufstieg, Bundesrepublik Deutschland, Vorgesetzter, Zufriedenheit, Erwartung, soziale Mobilität, Angestellter