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ZfS, Jg. 10, Heft 3 (1981)

Ein einfaches stochastisches Modell zur Analyse von Häufigkeitsverteilungen abweichenden Verhaltens

Andreas Diekmann

Zusammenfassung: Beobachtete Häufigkeitsverteilungen können zum einen in der Weise ausgewertet werden, da deskriptive Kennziffern wie Maße der zentralen Tendenz (Mittelwert, Median) oder Streuungsmaße berechnet werden. Diese Vorgehensweise entspricht der üblichen Praxis der Sozialforschung. Darüber hinaus kann zum anderen der Versuch unternommen werden, die beobachtete Verteilung durch einen zugrunde liegenden stochastischen Prozeß zu erklären. Der zweite Weg wird in der Soziologie und speziell der Kriminalsoziologie noch relativ selten beschritten, obwohl stochastische Prozesse überaus geeignete Modelle darstellen, um z.B. kriminelle Karrieren oder generell Verteilungen abweichenden Verhaltens zu beschreiben und zu erklären. Im folgenden soll ein sehr einfaches Modell mit nur einem Parameter entwickelt werden. Die Attraktivität des Modells besteht u.a. darin, daß aus theoretisch begründbaren Annahmen über den generierenden Mechanismus des Prozesses, d.h. aus Annahmen auf der Mikro-Ebene, die erwartete Verteilung auf der Makro-Ebene abgeleitet werden kann.

Schlagworte: Modellentwicklung, Stochastik