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ZfS, Jg. 10, Heft 2 (1981)

Implikationen des Datenschutzes für die empirische Sozialforschung

Carl-Eugen Eberle

Zusammenfassung: Gesetzliche Datenschutzbestimmungen gelten auch für die empirische Sozialforschung, soweit dort personenbezogene Daten verarbeitet werden. Die Abhandlung geht der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen die Datenschutzgesetze den Zugang der Hochschulforschung zu diesen Daten sowie ihre weitere Verwendung erlauben, welche Maßnahmen im Umgang mit den Daten zu treffen sind und welche Sanktionen bei Gesetzesverstößen drohen. Einige für die Forschung besonders relevante Zweifelsfragen werden ausführlicher diskutiert. So gilt es z.B. bei der Auslegung der Vorschriften einen Ausgleich zwischen dem Schutz der Betroffenen vor mißbräuchlicher Datenverarbeitung und der grundrechtlichen Wissenschaftsfreiheit der Forscher zu finden. Ebenso bedarf der Begriff der personenbezogenen Daten einer Präzisierung im Hinblick auf die gerade in der Sozialforschung gebräuchlichen anonymisierten Daten. Bei den gesetzlichen Sondervorschriften für die Datenverarbeitung zu wissenschaftlichen Zwecken sind Adressatenkreis und Tatbestandsmerkmale näher zu bestimmen. In einem Exkurs wird schließlich auch die Frage angeschnitten, ob der Forscher ein Recht auf Datenzugang gegenüber staatlichen Stellen besitzt.

Schlagworte: Datengewinnung, Datenschutz, Bundesrepublik Deutschland, Freiheit, empirische Sozialforschung, Wissenschaftsverständnis, Wissenschaft