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ZfS, Jg. 10, Heft 1 (1981)

Organisationale Zielkonflikte im Resozialisierungsbereich: Jugendstrafvollzug und Öffentliche Erziehung

Harald Klingemann

Zusammenfassung: Die Annahme dysfunktionaler Zielkonflikte in Resozialisationseinrichtungen dient häufig als nicht weiter hinterfragtes Interpretationsschema. Nach einem Vergleich objektiver und subjektiver Methoden der Erfassung organisatorischer Ziele wird die Strukturiertheit beruflicher Überzeugungssysteme bei Beamten im Jugend- und Erziehungsvollzug analysiert: kustodiale und behandlungsorientierte Situationsdefinitionen werden bei unterschiedlichen Anstaltstypen insgesamt als miteinander vereinbar angesehen. Die individuelle Sicherheitsorientierung ist weniger von individuellen als vielmehr von organisatorischen Faktoren abhängig. Von Bedeutung sind insbesondere das institutionelle Konfliktniveau und die Einflußverteilung. Relevant für die Reformdiskussion erscheint eine 'kontrollierte' Rollendiffusion, die die Umsetzung therapeutischer Techniken durch den allgemeinen Vollzugsdienst von strukturellen Voraussetzungen abhängig macht.

Schlagworte: Einstellung, Gruppe, Institution, Therapie, Organisation, Verhalten, Strafvollzug, Subkultur, Jugendlicher, Personal, Sozialisation, Resozialisierung, Zielkonflikt, Konfliktbewältigung