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ZfS, Jg. 9, Heft 2 (1980)

Zur Interessenpolitik von Beamtenverbänden

Berndt Keller

Zusammenfassung: Der Autor untersucht die Rahmenbedingungen für die Festsetzung der Besoldungshöhe; er leistet einen Beitrag zum Problem der Einflußnahme von Interessenverbänden im öffentlichen Dienst. Als Faktoren, die die Besoldungshöhe beeinflussen, werden genannt: 1. Formale, d.h. in den Beamtengesetzen garantierte, und informelle, d.h. faktisch wirksame Einflußmöglichkeiten der Interessenverbände zugunsten der Gesamtgruppe oder einzelner Gruppen innerhalb der Beamtenschaft, 2. Präjudizierung der Besoldungs- durch Lohnerhöhungen im Tarifbereich des öffentlichen Dienstes wegen der qualitativen und zeitlichen Initiativfunktion der Tarifpolitik, 3. Stimmenmaximierungskalküle der Arbeitgeber/Politiker aus Gründen der Wiederwahl bzw. Ausnutzen des dadurch vorhandenen Drohpotentials durch die Interessenorganisation der Beamten, 4. institutionelle Barrieren: zunehmende Verbeamtungstendenzen der Parlamente, Einfluß der Ministerialbürokratie, Verknüpfung von Beamten- und Parlamentariergehältern, 5. Einfluß der Öffentlichkeit - operationalisiert als veröffentlichte Meinung - über den Prozeß eines multilateralen bargainings sowie Verrechtlichung der Diskussion durch die Interessenorganisationen (Korrektivfunktion zur Verhinderung einer Überbesoldung). Das Tarifmodell für Angestellte und Arbeiter und das Gesetzesmodell für Beamte sind in bezug auf die Resultate weitgehend äquivalet.

Schlagworte: Verband, Interessengruppe, Bürokratie, Gewerkschaft, Beamter, Besoldung, Einfluss, Lohn, Tarifpolitik, öffentliche Meinung, Ministerialverwaltung, öffentlicher Dienst