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ZfS, Jg. 9, Heft 2 (1980)

Arbeitsteilung und Statusunterschiede in der empirischen Sozialforschung - Eine Untersuchung der Interview-Projektforschung 1968-1972

Bernd Buchhofer, Hartmut Lüdtke

Zusammenfassung: In dieser Untersuchung wird die Organisation in der akademischen empirischen Sozialforschung erstmals einer systematischen empirischen Analyse unterzogen. Grundlage der Untersuchung sind die Daten der Mitarbeiter (n=680) von empirischen, die Interviewmethode verwendenden Forschungsprojekten (n=143), die zwischen 1968 und 1972 in der Bundesrepublik, der Schweiz und Österreich durchgeführt worden sind. Mit Hilfe verschiedener Analyseverfahren wird folgendes Bild herausgearbeitet: Der komplexen funktionalen Differenzierung des sozialwissenschaftlichen Forschungsprozesses entspricht ein charakteristisches sozial differenziertes Beteiligungsprofil der Mitarbeiter, gemessen an ihren akademischen Status. Danach gibt es bei den verschiedenen Statusgruppen charakteristische Monopolisierungs- und Meidungstendenzen. Der für das Gelingen der Projekte wichtige Wissens- und Informationstransfer wird offenbar durch einen integrativen Ausgleich der differentiellen Kosten, Investitionen und Belohnungen gewährleistet, bei dem die mittleren Ränge im Sektor der Projektdurchführung und die oberen Ränge im Sektor der Leitung, Initiation und Projektkonzipierung dominieren. Am Reputation und Qualifikation verheißenden Publikations-Output partizipieren die unteren und mittleren Ränge jedoch in erheblichem Umfang.

Schlagworte: Gruppe, Arbeitsteilung, Forschung, Wissenschaftler, Organisation, Forschungsprojekt, Personal, empirische Sozialforschung, sozialer Status, Sozialwissenschaft