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ZfS, Jg. 8, Heft 4 (1979)

Klassenlage, Entscheidungsfeld und Bildungsaspirationen

Heiner Meulemann

Zusammenfassung: Zusammenfassung: Der Einfluß der sozialen Position der Eltern und der Schulleistung des Schülers auf die Bildungsaspirationen der Eltern wird zwischen einer sozial nicht selegierten Grundschulgruppe und einer sozial selegierten Gymnasialgruppe verglichen. Anders als in der Grundschulgruppe ist in der Gymnasialgruppe nicht nur die durchschnittliche Schulnote von der Klassenlage unabhängig, sondern auch der Einfluß der Klassenlage auf die Aspirationen der Eltern stärker als der Einfluß der Schulnoten. Damit wird die Frage wichtig, welche Faktoren hinter dem Zusammenhang zwischen Klassenlage und Aspirationen bei den Eltern von Gymnasiasten stehen. Dieser Zusammenhang soll durch das Entscheidungsfeld der Eltern erklärt werden, d.h. durch den Aufwand, den die Eltern für die schulische Förderung ihrer Kinder leisten, und den Nutzen, den sie von schulischen Abschlüssen ihres Kindes erwarten. Die bivariaten Zusammenhänge verschiedener Indikatoren für Aufwand und Nutzen mit der Klassenlage und den Aspirationen der Eltern werden untersucht und zusammenfassende Indizes für Aufwand und Nutzen gebildet. Sie werden als Zwischenglieder in einer Pfadanalyse verwandt, die den Zusammenhang zwischen Klassenlage und Aspirationen erklären soll. Das Ergebnis der Pfadanalyse ist, daß durch Aufwand und Nutzen ein Teil der Beziehung zwischen Klassenlage und Aspirationen erklärt werden kann, daß aber dennoch ein direkter Einfluß der Klassenlage auf die Aspirationen der Eltern bestehen bleibt. Abschließend wird nach Ursachen für die geringe erklärte Varianz der Aspirationen von Gymnasialeltern gesucht.

Schlagworte: Grundschule, Einstellung, Schulerfolg, Gymnasium, Bildungsmotivation, Eltern, Bedürfnis, Bildung, Zensuren, Klassenlage