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ZfS, Jg. 8, Heft 4 (1979)

Die gesellschaftliche Entdifferenzierung

Eugen Buß, Martina Schöps

Zusammenfassung: Im Zusammenhang mit der neuerlich intensivierten Theoriediskussion über die gesellschaftliche Differenzierung erscheint es unter empirischen Gesichtspunkten geboten, die auf die stetige Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Teilbereiche gerichtete Betrachtungsweise um die Komponente der Entdifferenzierung sozialer Teilsysteme zu erweitern. Das Drei-Stufen-Konzept der gesellschaftlichen Differenzierung unterscheidet typologisch zwischen undifferenzierten, ausdifferenzierten und entdifferenzierten gesellschaftlichen Teilbereichen. Sein analytischer Interpretationsrahmen ermöglicht gegenüber der Sichtweise gewissermaßen rein unlinearer und für moderne Gesellschaften als charakteristisch unterstellter Ausdifferenzierungsprozesse einen modifizierten Betrachtungsansatz. Die Vorzüge einer um die soziale Entdifferenzierung erweiterten Theorie der gesellschaftlichen Differenzierung liegen vor allem in der Berücksichtigung zentraler sozialer Strukturverschiebungen, die nicht nur unter den Gesichtspunkten der 'thematischen Reinigung', 'relativen Autonomie', und 'funktionalen Spezialisierung', sondern auch vor dem Hintergrund der Strukturmerkmale 'relative Heteronomie', Rollenkompatibilität, Rollentransfer, Übernahme von Fremdfunktionen und Öffentlichkeitsbezug zu klären sind. Es wird versucht, die Elemente der dreiteiligen Strukturtypologie in eine integrierende theoretische Perspektive einzubringe.

Schlagworte: Evolution, Systemveränderung, soziale Differenzierung, Rolle, sozialer Wandel, Sozialstruktur, soziales System, Systemtheorie, Subsystem