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ZfS, Jg. 8, Heft 3 (1979)

Veröffentlichte empirische Sozialforschung: Eine Kumulation von Artefakten? Eine Analyse von Periodika

Heinz Sahner

Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit versucht, empirisch fundierte Anhaltspunkte für die These zu finden, daß individuelle Haltungen bzw. soziale Erwartungen den Datenanalyseprozeß dergestalt beeinflussen, daß zumindest Teile der veröffentlichten empirischen Sozialforschung als Artefakte bezeichnet werden müssen. Die Prüfung geschieht wie folgt: Einmal wird zu prüfen versucht, ob signifikante Ergebnisse eine größere Publikationschance haben als nicht-signifikante. Unter den Publikationen, die Signifikanztests aufführen, dominieren die Artikel mit überwiegend signifikanten Ergebnissen (74 Prozent). Von den Signifikanztests insgesamt resultieren 60 Prozent in signifikant und 40 Prozent in nicht signifikanten Ergebnissen. Zum andern wird geprüft, ob ex ante formulierte und gerichtete Hypothesen eher bestätigt oder eher widerlegt werden. Die Analyse zeigt, daß 75 Prozent derartiger Hypothesen bestätigt und nur 25 Prozent widerlegt oder modifiziert werden. Selbst bei empirischer Sozialforschung, die vergleichsweise restriktiv vorgeht (ex ante formulierte Hypothesen prüft), besteht der Verdacht, daß sie noch einmal das bestätigt, was man ohnehin schon weiß. Bei beiden Überprüfungsversuchen der angeführten These besteht aber die Schwierigkeit, ein Entscheidungskriterium anzugeben.

Schlagworte: Erkenntnis, Hypothese, Artefakt, Daten, Analyse, Publikation, statistische Analyse, Erwartung, empirische Sozialforschung, Signifikanztest, Wahrheit, Wissenschaft