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ZfS, Jg. 8, Heft 2 (1979)

Massenmedien und sozialer Wandel - Methodenkombination in der Wirkungsforschung

Elisabeth Noelle-Neumann

Zusammenfassung: 'Die Erforschung des Einflusses der Massenmedien auf den sozialen Wandel begegnete großen Schwierigkeiten, weil wichtige Einflußfaktoren - Kummulation, Medienkonsonanz, d.h., deutliche Dominanz bestimmter kontroverser Positionen in den Medien sowie Öffentlichkeitseffekt in dem Sinne weithin wahrnehmbar und dadurch thematisierend (Luhmann)- im Laborexperiment kaum zu simulieren waren und in der Feldforschung mit unzulänglichen Untersuchungsanlagen nicht erfaßt wurden. Fortschritte - so wird in dem Aufsatz argumentiert - sind nur möglich durch Methodenkombination, insbesondere von Repräsentativbefragungen der Bevölkerung als Publikum und Kommunikatoren möglichst mit Panel-Anlage, langfristigen Trendbeobachtungen, Feldexperimenten und Inhaltsanalysen. Mehrere derartige Untersuchungen aus dem Institut für Publizistik der Universität Mainz und dem Institut für Demoskopie Allensbach werden beschrieben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß die schon im 19. Jahrhundert aufgeworfene Frage, ob die Massenmedien eher Spiegel oder 'Organ' der öffentlichen Meinung sind, zugunsten der letzteren Alternative zu beantworten ist. Ein starker Einfluß der Massenmedien auf den sozialen Wandel wird vermutet. Dieser Einfluß scheint jedoch nicht unbegrenzt. Daher kann sich eine erhebliche Kluft zwischen Medienkonsonanz und Einstellungen der Bevölkerung ergeben.

Schlagworte: Einstellung, Methode, Wirkung, Bundesrepublik Deutschland, Massenmedien, Bevölkerung, Einfluss, Medien, sozialer Wandel, öffentliche Meinung, Wirkungsforschung