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ZfS, Jg. 8, Heft 2 (1979)

Zur gesellschaftlichen Konstruktion abweichenden Verhaltens: Möglichkeiten und Grenzen der Labeling-Perspektive

Waldemar Lilli

Zusammenfassung: Die Labeling-Perspektive wird als eine sinnvolle Ergänzung der Ursachentheorie des abweichenden Verhaltens angesehen, weil sie den wichtigen Gesichtspunkt enthält, daß ein Teil des abweichenden Verhaltens durch bloße Definition zu erklären ist. Trotz zahlreicher empirischer Arbeiten sind die Grundthesen des Labeling nicht befriedigend geprüft. Systematische Erforschung der Definitions-Spielräume der Instanzen sozialer Kontrolle sowie der in diesen Spielräumen wirksam werdenden Alltagstheorien könnten eine Grundlage dafür schaffen, daß man z.B. den Anteil bloßer Definition in bestimmten Rubriken der Devianz-Statistik abschätzbar machen kann.

Schlagworte: Interaktion, Polizei, Verhalten, Kriminalität, Delinquenz, Bundesrepublik Deutschland, USA, Nordamerika, Alltagstheorie, soziale Kontrolle, Labeling Approach