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ZfS, Jg. 8, Heft 2 (1979)

Transzendentale Theorie der Gesellschaft: Philosophische Anmerkung zu einem soziologischen Programm

Volker Gerhardt

Zusammenfassung: Ausgangspunkt der Studie ist das 1959 von H. Schelsky skizzierte und bis heute noch offene Programm einer 'transzendentalen Theorie der Gesellschaft'. Der Autor untersucht, wie sich dieses ausdrücklich auf Kant berufende Programm aus der Sicht der Transzendentalphilosophie begründen läßt. Dabei hebt er die enge Verbindung zwischen neuzeitlichem Weltverständnis und transzendentaler Fragestellung hervor. Danach steht die transzendentale Begründung nicht im Widerspruch zu anderen wissenschaftlichen Verfahren; sie fordert keine bestimmte metaphysische oder moralische Einstellung - ausgenommen die Erkenntnishaltung der modernen Wissenschaft selbst. Eine eigene transzendentale Fragestellung für die Gesellschaftswissenschaften ergibt sich allerdings nur dann, wenn die prinzipielle Differenz von Natur und Gesellschaft in Verbindung mit der konstitutiven Funktion der menschlichen Handlung beachtet wird. Unter dieser Bedingung ist auch aus Kantischer Sicht eine transzendentale Gesellschaftstheorie möglich. die mit dieser Bedinung verbundene Abgrenzung gegenüber empirischer und systemtheorietischer Fragestellung wird aufgezeigt. Darüberhinaus werden erste schon bei Kant sichtbare Ansätze für eine systematische Behandlung des Programms der transzendentalen Gesellschaftstheorie hervorgehoben.

Schlagworte: Interaktion, Erkenntnistheorie, Methodologie, allgemeine Soziologie, Theorie, Freiheit, Gesellschaftstheorie, Wissenschaftstheorie, Schelsky, H., Kant, I., Sozialphilosophie, Vernunft