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ZfS, Jg. 8, Heft 1 (1979)

Methodische Konsequenzen gesellschaftlicher Differenzierung

Hartmut Esser

Zusammenfassung: In dem Artikel wird versucht, für eine bestimmte Kombination der methodischen Grundausrichtung soziologischer Theorieformulierung und -prüfung Argumente aus einigen inhaltlichen gesellschaftlichen Vorgängen zu gewinnen: Methodologischer Individualismus auf handlungstheoretischer Grundlage wird bei Zunahme gesellschaftlicher Differenzierung deshalb gegenüber strukturellen Ansätzen vorzuziehen sein, da strukturelle Theorien immer auf implizit gelassenen handlungstheoretischen Verkürzungen beruhen, die bei segmentärer Differenzierung nicht weiter folgenreich sind, bei funktionaler Differenzierung jedoch die Strukturerklärungen zunehmend ungenau werden lassen. Bei Grundlegung eines handlungstheoretisch-individualistischen Ansatzes ist es dann möglich, diese Schwächen der strukturellen Soziologie zu umgehen und weiterhin in analytisch-nomologischer Weise vorzugehen, ohne den Relativismus der sog. interpretativen Ansätze übernehmen zu müssen. Es werden einige Beispiele aus der Wanderungsforschung, der Attitüdenforschung und der Erklärung abweichenden Verhaltens in diesem Zusammenhang diskutiert und abschließend einige forschungstechnische Konsequenzen der Überlegungen benannt

Schlagworte: Bewertung; Handlungstheorie; Interaktionismus; Methode; Methodologie; Forschung; soziale Differenzierung; empirische Sozialforschung; Methodenforschung; Strukturfunktionalismus; Theoriebildung; Phänomenologie; sozialer Prozess; Verhaltenstheorie