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ZfS, Jg. 6, Heft 4 (1977)

Zur Validierung theoretischer Konstrukte - Wissenschaftstheoretische Aspekte des Validierungskonzepts

Jürgen W. Falter

Zusammenfassung: Das vor allem in der psychologischen Testtheorie behandelte Problem der Gültigkeit theoretischer Konstrukte, das auch für soziologische Fragestellungen von Bedeutung ist, wird unter Bezug auf die dem Konzept der Konstruktvalidität zugrundeliegende wissenschaftstheoretische Position, das Zweisprachenmodell Carnaps, analysiert. Das Konzept der Konstruktvalidität läßt sich dabei in zwei Komponenten aufspalten: (a) die Validität der Indikatoren, die zur Messung der vom Konstrukt angezielten Realitätsdimension herangezogen werden, d.h. die Frage, ob die ins Auge gefaßte Dimension adäquat von den Indikatoren erfaßt wird; (b) die Validität des theoretischen Konstrukts selbst, d.h. die Frage, ob das Konstrukt, das ja eine Erfindung des Wissenschaftlers darstellt, eine empirisch und theoretisch sinnvolle Hypothese impliziert. Die Diskussion der verschiedenen Validitätsarten ergibt, (1) daß die Frage, ob das Konstrukt selbst empirisch und theoretisch sinnvoll ist, mittels des Kriteriums der prognostischen Relevanz beantwortet werden kann, (2) daß die Überprüfung der Konstruktvalidität allgemein nach dem Falsifikationsmodell der Theorieüberprüfung erfolgt.

Schlagworte: Wissenschaftstheorie; Validität; Konstruktvalidität; Theoretisches Konstrukt; Carnap