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ZfS, Jg. 6, Heft 3 (1977)

Kognitive Konsequenzen der Wahl eines Verlierers

Claudius Sauer, Dieter Frey, Randolph Ochsmann

Zusammenfassung: Die seltene Gelgenheit, die Auflösung kognitiver Inkonsistenzen in einer nicht-experimentellen Situation beobachten zu können, war bei der Landtagswahl 1975 in Nordrhein-Westfalen gegeben: Bei jenen Wählern, die eine Wahlniederlage der eigenen Partei antizipieren, tritt kognitive Dissonanz auf. Die Hypothese, daß bei Inkonsistenz zwischen der zu wählenden Partei (Wahlabsicht) und der als Sieger erwarteten (Wahlsiegvorhersage) die politische Bedeutung der Wahl stärker abgewertet wird als bei Konsistenz, wurde deutlich signifikant bestätigt. Dieses Ergebnis ist dissonanztheoretisch erklärbar.

Schlagworte: Wahlverhalten; Wähler; Kognitive Konsistenz; Kognitive Dissonanz; Sozialpsychologie