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ZfS, Jg. 6, Heft 3 (1977)

Studentischer Radikalismus: Politische Sozialisation oder Generationskonflikt?

Heinz Sahner

Zusammenfassung: Nach einem weitverbreiteten Verständnis von Wissenschaft können Theorien letztlich nicht empirisch begründet werden, sondern erfordern vielmehr methodologisch geregelte soziale Entscheidungen, die jedoch ständiger Kritik auszusetzen sind (Kritischer Rationalismus). In der empirischen Sozialforschung wird jedoch kaum über die Gültigkeit von Theorien innerhalb einer konkurrierenden 'scientific community' entschieden, sondern höchst individuell. Eine Möglichkeit, das metatheoretische Postulat der intersubjektiven Kontrolle zu erfüllen, also die Kritik zu verschärfen und so eine soziale Entscheidung über Theorien herbeizuführen, wird in dem Instrument der Sekundäranalyse gesehen, dessen Brauchbarkeit in einer kritischen Auseinandersetzung mit einigen Thesen der Untersuchung von Klaus Allerbeck 'Zur Soziologie radikaler Studentenbewegungen' zu demonstrieren versucht wird. Die Ergebnisse einer (a) immanenten Kritik und (b) einer Sekundäranalyse führen zu einer Revision der von Allerbeck gezogenen Schlußfolgerungen. Abschließend wird auf die unkritische Rezeption der Allerbeck-Studie eingegangen und ein Versuch unternommen, die sich scheinbar widersprechenden Befunde zu integrieren.

Schlagworte: Studentenbewegung; Radikalismus; Politische Sozialisation; Generationskonflikt; Sekundäranalyse