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ZfS, Jg. 6, Heft 3 (1977)

Response Set - Methodische Problematik und soziologische Interpretation

Hartmut Esser

Zusammenfassung: Eine der verbreitesten Gefährdungen einer gültigen Datenerhebung über Forschungskontakte ist der sog. Response Set, der vor allem in zwei Arten auftritt: Bejahungstendenz und 'social desirability'. Es wird versucht, zu zeigen, daß beide Arten des Response Set gleichermaßen Folgen von Verhaltensstrategien in nicht-definierten Interaktionssituationen sind, über die der dort stets gefährdete Konsensus erhalten werden soll. Das Auftreten des einen oder anderen Response Set hängt dann einerseits von jeweils unterschiedlichen Ausprägungen der gleichen Variablen Stimulusambiguität und Belohnungswert der Situation, andererseits von subkulturspezifischen ('soziologischen') Generalisierungen der jeweiligen Interaktionsstrategien bei den Vpn ab. Es kann dann gezeigt werden, daß einerseits die Gültigkeit von Datenerhebungen über Forschungskontakte nicht maximiert werden kann und andererseits sich systematische Verzerrungen ergeben, die in aller Regel auf eine scheinbare Bestätigung von Annahmen des normativen Paradigmas in der soziologischen Theorie hinauslaufen.

Schlagworte: Erhebungstechnik; Forschungskontakt; Antwortverhalten; Artefakte; Response Set; Soziale Erwünschtheit; Bejahungstendenz; Interaktion; Situation