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ZfS, Jg. 6, Heft 1 (1977)

Koalitionstendenzen in der Tetrade

Hans-Dieter Schneider

Zusammenfassung: Die Arbeit überprüft verschiedene etablierte und einzelne neu vorgeschlagene Theorien zur Koalitionsbildung, indem Versuchspersonen sich in vorgegebene Situationen versetzen und - bei bekannten Ressourcen - einen oder mehrere Koalitionspartner in der Tetrade wählen. Die Koalitionstendenzen werden nicht von einer einzigen Theorie, sondern von einem Theorienbündel mit spezifischem Anwendungsbereich der z.T. konkurrierenden Einzeltheorien vorausgesagt. Die Befunde bestätigen die partielle Geltung der minimalen Ressourcentheorie (GAMSON), der maximalen Ressourcentheorie (neu), der Theorie der Antihaltung zum Wettbewerb (VINACKE), der Theorie der Allianz der Ähnlichen (neu). Als Thesen zweiter Ordnung wirken auf die Koalitionstendenzen außerdem ein: die Theorie der minimalen Mitgliederzahl (WILLIS) und die These eines themenspezifischen Verhaltens (neu). Die Theorie der maximalen Kontrolle (CAPLOW) und die Theorie des rationalen Verhaltens (VINACKE) werden dagegen den Daten weniger gerecht.

Schlagworte: Kleingruppenforschung; Kleingruppe; Tetrade; Koalitionsbildung; Kooperation; Sozialpsychologie; Experiment