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ZfS, Jg. 4, Heft 3 (1975)

Entfremdung - Marx und die moderne empirische Soziologie

Isidor Wallimann

Zusammenfassung: Die Arbeit nimmt die Diskussion zu MARX' Konzept der Entfremdung wieder auf und kommt zu dem Ergebnis, daß zwischen den Ansichten des 'jungen' und des 'alten' MARX keine grundsätzlichen Unterschiede bestehen. Sie behauptet, daß MARX' Konzept sich ausschließlich als objektive Definition verstehen läßt und es unter der Voraussetzung, daß dieses Konzept aufrechterhalten werden soll, unmöglich ist, in Entfremdung als solcher die Ursache jeweils bestimmter Verhaltensweisen, Erfahrungen, Einstellungen und Gefühle anzusetzen. Die genannten Schlußfolgerungen werden auch hinsichtlich des MARXschen Konzeptes des 'wahren Bewußtseins' geltend gemacht, wobei hier wie dort auf unangemessene, ja inkorrekte Übersetzungen von MARX hingewiesen wird. Die Arbeit versucht zusammenfassend zu zeigen, daß Forschungsdesigns, die von Entfremdungsdefinitionen subjektiver Art ausgehen oder Entfremdung als Verhaltens-, Erfahrungs- etc. ursache postulieren, im Gegensatz zu älteren Untersuchungen jeden theoretischen Bezug zu MARX vermissen lassen. 

Schlagworte: Entfremdung; Begriffsklärung; Bewusstsein; Erfahrung; Verhalten; Marx