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ZfS, Jg. 4, Heft 2 (1975)

Resistenz und Rezeptivität der Wissenschaft - Zu den Entstehungsbedingungen neuer Disziplinen durch wissenschaftspolitische Steuerung

Wolfgang van den Daele, Peter Weingart

Zusammenfassung: Die Wissenschaftspolitik der Gegenwart ist 'produktwertorientiert'; sie versucht, wissenschaftliche Entwicklung auf die Lösung spezifischer, politisch definierter Probleme hin zu orientieren (z. B. Krebsforschung, Fusionsforschung). In einer dimensionalen Analyse werden auf der Ebene der politischen Steuerungsintentionen der kognitiven und der institutionellen Strukturen der Wissenschaft Variablen entwickelt, mit deren Hilfe politisch induzierte Bildung von Spezialgebieten komparativ beschrieben werden kann. Es werden Abhängigkeitsbeziehungen zwischen politischen Steuerungsintentionen und kognitiven und sozialen Wissenschaftsstrukturen konstruiert. Die Gegenüberstellung von technischen Ansprüchen verschiedener Komplexität, die in den politischen Problemstellungen impliziert sind, und verschiedenen kognitiven Entwicklungsstufen wissenschaftlicher Disziplinen ergibt ein Modell erster Näherung für die Bestimmung von Rezeptivität bzw. Resistenz einer Wissenschaft gegenüber extern gesetzten Problemstellungen. 

Schlagworte: Wissenschaftssoziologie; Wissenschaft; Wissenschaftsdisziplin; Wissenschaftspolitik; Anwendungsorientierung; Politische Steuerung