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ZfS, Jg. 4, Heft 1 (1975)

Der Sport als Medium der Selbstverwirklichung und Entfremdung

Heinz Meyer

Zusammenfassung: An Hand vorwissenschaftlicher Bewertungen und wissenschaftlicher Interpretationen des Sports wird dargelegt: Soziologische Reflexionen über den Sport waren und sind wesentlich orientiert an der Frage, ob und inwieweit der Sport einen Beitrag leiste zur Selbstverwirklichung beziehungsweise Entfremdung des Menschen. Die Antworten fielen kontrovers aus, und zwar aufgrund der anthropologischen Ambivalenz, die Körperlichkeit einerseits zu kultivieren und sich andererseits von ihr zu distanzieren beziehungsweise das menschliche Erlebnis- und Handlungsgefüge in der Leistung einerseits zu profilieren und andererseits derartige Steuerung als Zwang abzulehnen. Die Begriffe Selbstverwirklichung und Entfremdung sind bezogen auf bestimmte Basisaussagen, das heißt auf anthropologische Konzepte oder Lebensauffassungen, die unter anderem die Körperlichkeit und Disziplinierbarkeit des Menschen axiologisch thematisieren. Der Hinweis auf den ideologischen Hintergrund der Begriffsopposition von Selbstverwirklichung und Entfremdung bestärkt die Zweifel an der Verwendbarkeit dieser Begriffe für eine Beschreibung, die sich nicht in den Dienst bestimmter ideologischer Konzepte stellen möchte.

Schlagworte: Sportsoziologie; Sport; Sportliche Leistung; Selbstverwirklichung; Entfremdung; Körperlichkeit; Körper;