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ZfS, Jg. 4, Heft 1 (1975)

Kurzstudien als Selbsteliminierung

Otto Nigsch

Zusammenfassung: Die Effizienz des Studienbetriebes an den Hochschulen scheint in zunehmendem Maße eine Beschränkung der Zahl der Neuinskribenten zur Voraussetzung zu haben. Jede administrative Restriktion wirkt sich jedoch auf seiten der Betroffenen als soziale Diskriminierung aus. Bietet die Einrichtung von Kurzstudien im tertiären Bereich einen Ausweg aus diesem Dilemma? Die Ergebnisse einer Untersuchung deuten darauf hin, daß die geplanten Kurzstudien vor allem für Abiturienten aus den sozialen Unterschichten relevant sein werden. Studenten aus bisher vom Bildungssystem privilegierten Schichten werden weiterhin ein traditionelles Langzeitstudium anstreben, so daß sich die Einrichtung von Kurzstudien langfristig im Sinne einer Verfestigung ungleicher Verteilung von Bildungschancen auswirken muß. 

Schlagworte: Bildungssoziologie; Bildungsreform; Bildung; Bildungschancen; Hochschule; Hochschulzugang; Studium; Kurzstudium; Soziale Ungleichheit; Soziale Schicht; Chancengleichheit