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ZfS, Jg. 3, Heft 4 (1974)

Vergleich und Bewertung von Theorien

Carl Slawski

Zusammenfassung: Wenn zwei oder mehrere Theorien zu einem bestimmten Zeitpunkt an das Material einer einzelnen konkreten Fallstudie 'angelegt' werden, ist die Möglichkeit gegeben, ihre jeweiligen Erklärungsvorteile zu vergleichen. Diese Methode ist sehr erfolgreich, wenn es darum geht, die relative Nützlichkeit irgendeines Theorieansatzes hervorzuheben. Im folgenden wird eine Klassifikation entwickelt, die die Dimensionen einer derartigen Komparatistik hinsichtlich philosophischer, methodologischer und inhaltlicher Fragen einmal auflistet. Es wird das Beispiel einer fiktiven Fallstudie herangezogen, die im Sinne der Schlüsselbegriffe zweier Theorien, der Austauschtheorie und des symbolischen Interaktionismus, analysiert wird. Die Nützlichkeit dieser dermaßen 'angewandten' Theorien wird anschließend auf den vier zentralen Ebenen untersucht, auf denen sich die Qualität einer Theorie beurteilen läßt: den Ebenen 1) der Erklärungskraft, 2) des Informationsgehalts, 3) der Voraussagefähigkeit und 4) der Kontrollierbarkeit oder guten Handhabung der Anwendung. Dabei wird angenommen, daß das Grundproblem, an das alle Folgeprobleme in den Sozialwissenschaften anschließen, in der Beantwortung der Frage liegt, in welcher Weise eine bestimmte Theorie dazu beiträgt, in einer Gruppe oder gesellschaftlichen Struktur über eine Zeitperiode hinweg Veränderung zu erklären.

Schlagworte: Wissenschaftstheorie; Theorievergleich; Komparatistik; Theorie; Bewertung; Relativer Nutzen; Qualität; Informationsgehalt; Austauschtheorie; Symbolischer Interaktionismus