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ZfS, Jg. 3, Heft 4 (1974)

Legitimationsprobleme der Medizin

Wolfgang Schluchter

Zusammenfassung: TALCOTT PARSONS' Modell des professionellen Komplexes, seine Interpretation der Arzt-Patient-Beziehung im Kontext der amerikanischen Gesellschaft und sein Medien-Schema dienen als Bezugsrahmen zur Analyse einiger Konsequenzen des ungeplanten Wandlungsprozesses, dem das medizinische System verschiedener westlicher Gesellschaften unterliegt. Um die Bedeutung dieser Entwicklung soziologisch zu erfassen, werden zwei orientierende Feststellungen vorgeschlagen und illustriert: 1. Je mehr die Medizin zur biochemischen Wissenschaft und Technik wird und je häufiger medizinische Dienstleistungen in einem bürokratischen Milieu erfolgen, desto weniger wird die Arzt-Patient-Beziehung über Einfluß gesteuert; 2. Je weniger die Arzt-Patient-Beziehung über Einfluß gesteuert wird, desto unwahrscheinlicher ist es, daß der Sonderstatus des medizinischen Systems als alte und personale Profession gerechtfertigt und bewahrt werden kann.

Schlagworte: Medizinsoziologie; Professionssoziologie; Medizin; System; Historische Entwicklung; Profession; Professionalisierung; Technisierung; Legitimation; Arzt-Patient-Beziehung; Einfluss; Parsons