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ZfS, Jg. 3, Heft 4 (1974)

Ein Beitrag zur Methode der Messung individueller wissenschaftlicher Leistung - dargestellt am Beispiel der Kernforschungsanlage Jülich

Harald Klingemann

Zusammenfassung: Untersucht wird die Problematik der Messung individueller wissenschaftlicher Leistung mit Hilfe quantitativer und qualitativer Leistungsmaße, die auf der Publikationstätigkeit von Wissenschaftlern beruhen. Diese Maße werden an einem Wissenschaftlersample der Kernforschungsanlage Jülich analysiert. Die relative Bedeutung einzelner Publikationsformen differenziert nach Facheinrichtungen gibt Aufschluß über die Bedeutung der einzelnen Maße. Die qualitative Leistungsdimension wird mit Hilfe einer weiterentwickelten Variante der Zitatanalyse gewonnen. Bei der Untersuchung der Beziehungen zwischen den Leistungsmaßen ergibt sich eine hohe Korrelation zwischen Qualität und Quantität wissenschaftlicher Leistung (r = 0.95), was die pauschale Kritik an quantitativen Maßen wissenschaftlicher Leistung widerlegt. Diese Ergebnisse stimmen mit anderen Studien überein, die zeigen, daß die Stärke dieser Korrelation mit dem wissenschaftlichen Prestige der Organisation zunimmt, in der der Wissenschaftler tätig ist. - Der Einfluß der Hintergrundvariablen Alter, Arbeitserfahrung, Stellung in der Organisationshierarchie, Tätigkeitsbereich und formaler Ausbildungsabschluß wird bestimmt, so daß eine 'bereinigte' individuelle Leistungsvariable für weitere Analysen zur Verfügung steht.

Schlagworte: Wissenschaftssoziologie; Wissenschaft; Wissenschaftler; Wissenschaftliche Leistung; Wissenschaftsorganisation; Bewertung; Leistungsvariable; Publikation; Zitatanalyse; Qualität; Quantität; Prestige