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ZfS, Jg. 3, Heft 4 (1974)

Organisation and Legitimation. Die Selbssteuerungsimperative der Organisation und das Problem der Legitimation

Karl Gabriel

Zusammenfassung: Gegenüber der Beschränkung auf die Selbststeurungsperspektive der Organisation im gegenwärtig innerhalb der Organisationssoziologie dominierenden Systemmodell wird ein erweiterter theoretischer Bezugsrahmen für die spezifisch soziologische Organisationsanalyse diskutiert, der mit dem Problem der Legitimation die handlungsleitenden und legitimierenden Wissenselemente ergänzend einbezieht. Von verschiedenen Ansätzen her konzentrieren sich die Überlegungen in einer evolutiven Perspektive des Organisationsphänomens und der Legitimationssysteme auf die Analyse eines Dilemmas formaler Organisationen, das darin zum Ausdruck kommt, daß sie aus der Logik der Steigerung der eigenen Selbststeuerungskapazität zwecks Anpassung an eine komplexe Umwelt zur instrumentellen Auflösung der von ihnen getragenen motivierenden und legitimierenden Sinnstrukturen tendieren, selbst aber äquivalente Sinnbestände zu konstituieren nicht in der Lage sind. Vom Bezugsproblem der Legitimationsbeschaffung her werden eine Reihe unterschiedlicher organisatorischer Strategien identifiziert, dem Dilemma des Legitimationsverlusts bei steigendem Organisationsgrad zu entgehen.

Schlagworte: Organisationssoziologie; Organisation; Soziale Systeme; Umwelt; Sinn; Legitimation; Selbststeuerung