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ZfS, Jg. 3, Heft 2 (1974)

Bedingungen für Widerstandsverhalten in psychologischen Experimenten: Ton der Instruktion sowie Einstellung zum Forschungsgegenstand und Studienfach der Versuchsperson

Gisla Grabitz-Gniech, Birgit Zeisel

Zusammenfassung: Gemäß der Theorie der Psychologischen Reaktanz von BREHM (1966) werden Personen durch Freiheitseinengung dazu motiviert, sich die bedrohte oder verlorene Freiheit wiederherzustellen. Die eingeengte Person geht gegen den Einflußversuch an. Angewendet auf Versuchspersonenverhalten bedeutet dies, daß freiheitseinengende Instruktionen und Manipulationen zu Sabotageverhalten gegenüber dem Experiment führen können. Es sollte überprüft werden, ob der Ton der Instruktion (freundlich-verpflichtend und autoritär vs. liberal) einen wesentlichen Einengungsfaktor darstellt; dies konnte teilweise festgestellt werden. Außerdem wurde getestet, ob negative Einstellung zum Experimentieren antikonforme Reaktionen bedingt; diese Hypothese konnte nicht aufrechterhalten werden. Zusätzlich wurde kontrolliert, wie sich das Studienfach der (studentischen) Versuchspersonen im Testverhalten repräsentiert; Sozialwissenschaftler reagierten auf autoritäre Instruktionen mit mehr Opposition als Wirtschaftswissenschaftler.

Schlagworte: Sozialpsychologie; Psychologische Reaktanz; Experiment; Versuchsperson; Instruktion; Verhalten; Widerstand; Einstellung; Studierende