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ZfS, Jg. 3, Heft 1 (1974)

Migrationsbedingter Wandel von Arbeitsmotiven

Eckehart Hagen, Emil Walter-Busch

Zusammenfassung: Welche Werthaltungen gegenüber dem Arbeitsbereich und welche konkret arbeitsbezogenen Anliegen hegen heutzutage Gastarbeiter im Unterschied zu einheimischen Arbeitern? Sind im Verlaufe des Assimilationsprozesses, dem Gastarbeiter im Einwanderungslande unterworfen werden, irgendwelche Veränderungen dieser arbeitsbezogenen Einstellungen zu beobachten? Und welches Verständnis entwickeln Vorgesetzte gegenüber den Arbeitsmotiven einheimischer und ausländischer Arbeiter? Eine Befragung von insgesamt 204 gut bzw. schlecht assimilierten italienischen Arbeitern, Schweizer Arbeitern und Vorgesetzten führte bezüglich der gestellten Fragen zu den folgenden, u.E. zweckmäßigerweise nicht streng nomothetisch zu formulierenden Hauptergebnissen: 1. Im Bereich genereller arbeitsbereichbezogener Einstellungen unterscheiden sich die befragten einheimischen und italienischen Arbeiter erheblich voneinander. Letztere nähern dabei im Verlaufe des Assimilationsprozesses einige, aber keineswegs alle Einstellungen denen der einheimischen Arbeiter an; insbesondere arbeitsbezogene Werthaltungen zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Resistenz gegen Assimilationseinflüsse aus. 2. Im Bereich konkret arbeitsbezogener Bedürfnisse unterscheiden sich einheimische und italienische Arbeiter hingegen kaum oder nur schwach voneinander. 3. Gegenüber derartigen konkreten Ansprüchen einheimischer Arbeiter entwickeln schweizerische Vorgesetze ein deutlich besseres Verständnis als gegenüber den Anliegen italienischer Gastarbeiter.

Schlagworte: Arbeitssoziologie; Arbeit; Arbeitnehmer; Arbeitsbereich; Motivation; Einstellung; Wertorientierung; Migration; Migranten; Assimilation; Schweiz