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ZfS, Jg. 2, Heft 4 (1973)

Konflikt- und Rückzugspotentiale in spätkapitalistischen Gesellschaften

Rainer Döbert, Gertrud Nunner-Winkler

Zusammenfassung: Spätkapitalistische Gesellschaften werden zunehmend unfähig, die unter Imperativen der politischen und ökonomischen Subsysteme erforderliche Modalpersönlichkeit zu erzeugen, da sich die Adoleszenzkrise verschärft und systemdysfunktionale Lösungen wahrscheinlicher werden. Denn, präzisiert man das für die Adoleszenzphase spezifische Problem der Identitätsfindung in einem interaktionistischen Ansatz, so zeigt sich, daß es nur durch Auseinandersetzung mit dem kulturellen System gelöst werden kann; und daß diese Auseinandersetzung aufgrund einer Reihe sozialstruktureller Veränderungen zu einer Offenlegung der dem bürgerlichen Legitimationssystem immanenten Strukturschwierigkeiten fürht. Differenzierten Verlaufsformen der Adoleszenzkrise lassen sich unterschiedliche Prozesse der selektiven Thematisierung der Gehalte des kulturellen Systems und somit differentielle Verhaltungspotentiale (Sudentenrevolte, Hippies, Drogenabhängige, Jesus-People, Apathische) zuordnen.

Schlagworte: Adoleszenz; Jugend; Identität; Identitätsbildung; Spätkapitalismus; Wertorientierung; Konflikt; Krise; Rückzug; Kulturelles System