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ZfS, Jg. 2, Heft 3 (1973)

Konstruktive Heuristik als Verfahrensstrategie für komplexe Verwaltungsreformen

Wulf Damkowski, Helmut Rose

Zusammenfassung: Ausgangspunkt für die konstruktive Heuristik ist, daß der Wandel staatlicher Aufgaben im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung einen fortlaufenden Prozeß darstellt, der möglichst schnell seine Entsprechung in der Verwaltungsorganisation erfordert. Diese Strategie ist insofern konstruktiv, als die Richtung des Reformprozesses durch eine Zielkonzeption bestimmt wird. Sie ist heuristisch, weil die Einführung und Überprüfung der Zielkonzeption periodisch gestaffelt ist und nur für besonders sensitive Teilbereiche der Organisation erfolgt. Zur Einführung der Zielkonzeption wird eine Ausgangslage für den Beginn des Reformprozesses entwickelt, die deshalb exemplarisch ist, weil sie sich auf die Reform solcher Verwaltungsbereiche bezieht, in denen Forderungen der Konzeption bereits implizit praktiziert werden. Dieses Vorgehen kann als paradigmatisch bezeichnet werden, weil solche Bestandteile der Konzeption, die für sie als besonders wichtig anzusehen sind, zum Zwecke ihrer experimentellen Überprüfung bevorzugt in der Ausgangslage berücksichtigt werden. Interativ ist die konstruktive Heuristik insofern, als die Zielkonzeption einen Reformschritt auslöst, die Erfahrungen aus diesem praktizierten Schritt ggf. eine Modifikation der Konzeption erfordern und die so veränderte Konzeption wieder den nächsten Reformschritt beeinflußt. Schließlich kann die Strategie konduktiv genannt werden, weil der Reformprozeß durch eine kooperative Arbeitsorganisation in Form vermaschter Arbeitsgruppen gesteuert werden soll.

Schlagworte: Organisation; Öffentliche Verwaltung; Reform; Heuristik; Strategie; Zielkonzeption; Verfahren