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ZfS, Jg. 1, Heft 4 (1972)

Zur Messung der Lebensqualität

Wolfgang Zapf

Zusammenfassung: In jüngster Zeit häufen sich die Kritiken am 'herkömmlichen Konzept' des extensiven Wirtschaftswachstums, wie es durch das Bruttosozialprodukt und seine Derivate gemessen wird. Lebensqualität wird als neues gesellschaftspolitisches Ziel formuliert. Die Ökonomen diskutieren Defizite der Lebensqualität vor allem im Zusammenhang mit Problemen der Sozialkosten, Infrastruktur und Öffentlichen Armut. Ein Weg zur Messung solcher Defizite und zur Entwicklung adäquaterer Wohlfahrtsmaße wird in der Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gesehen, vor allem durch die Einbeziehung nicht-marktgängiger Wertschöpfung und Externalitäten. Ein anderer Weg ist die Etablierung einer regelmäßigen und systematischen Sozialberichterstattung, die gleichberechtigt neben die Wirtschaftsberichterstattung treten soll. Als quantitative Meßgrößen für Leistungen und Defizite mit den zentralen Lebensbereichen werden soziale Indikatoren vorgeschlagen. Soziale Indikatoren sollen direkt, d.h. in 'natürlichen Einheiten', Veränderungen der Lebensqualität des einzelnen messen. Dieser Aufsatz diskutiert anhand von Beispielen Forschungsstand und Kontroversen der verschiedenen Ansätze und versucht zugleich, ihre politischen Konsequenzen und Dilemmas (Mobilität vs. Solidarität, Effizienz vs. Partizipation) aufzuzeigen.'

Schlagworte: Sozialberichterstattung; Wohlfahrtsmessung; Wohlfahrt; Messkonzepte; Lebensqualität; Wirtschaftswachstum; Bruttosozialprodukt; Soziale Indikatoren