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ZfS, Jg. 1, Heft 4 (1972)

Historischer Funktionalismus

Paul Ridder

Zusammenfassung: Die Trennung von funktionalistischer Methode und funktionalistischer Theorie, welche den Bedarf der Methode nach Bezugspunkten befriedigt, läßt die Auswahl der Bezugspunkte stets problematisch bleiben. Unser Ziel ist es, die Kopplung von funktionaler Methode mit dem systemtheoretischen Bezug der Bestandserhaltung aufzuheben und die funktionale Methode zu einer Methode der dynamischen Analyse weiterzuentwickeln. Eine notwendige Bedingung für die Erklärung der Genese sozialer Strukturen ist die Analyse des Wachstums, welche als Referenz einen Bezugsweg erfordert. Der Bezugsweg dient der Abstraktion einer entstehungsrelevanten Geschichte. Funktionale Analysen der Genese sozialer Strukturen sind also auf die Geschichte zu beziehen, wenn das untersuchte System infolge von Wachstumsprozessen im Zeitablauf von der einen in die andere Identität übergeht. In welcher Weise eine Analyse der Genese sozialer Erwartungsstrukturen durchgeführt werden könnte, wird an dem Modellfall der Karriere des Kranken und seiner Krankheitsgeschichte durchgespielt und in einer formalisierten Fassung angedeutet.

Schlagworte: Funktionalismus; Methode; Theorie; Systemtheorie; Soziale Systeme; Struktur; Wachstum; Entwicklung; Historizität; Erwartungsstruktur; Krankheit; Krankheitsverlauf