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ZfS, Jg. 1, Heft 4 (1972)

Alternativen in der Wissenschaft

Gernot Böhme, Wolfgang van den Daele, Wolfgang Krohn

Zusammenfassung: Der wissenschaftliche Fortschritt ist weder notwendig noch zufällig: Es gibt Alternativen in der Entwicklung der Wissenschaft, die nicht nach wissenschaftsinternen Kriterien entschieden werden. Der Begriff der Wissenschaftsalternative wird durch eine Unterscheidung interner und externer Bestimmungsfaktoren des Wachstums und durch eine Topik, die alternative Wissenschaften wissenschaftstheoretisch kennzeichnet, konkretisiert. Die Möglichkeit von Alternativen läßt sich ablesen an den systematischen Leerstellen der forschungslogischen Erklärungsversuche der Wissenschaftsentwicklung. Die Wissenschaftsgeschichte wird mit den Mitteln der Evolutionstheorie interpretiert: Die tatsächliche Entwicklung kann nur erklärt werden, wenn man auf die Umwelt der Wissenschaft rekurriert, die Überlebensbedingungen für Theorien, Methoden usw. setzt. Die Möglichkeit externer Steuerung der Wissenschaftsentwicklung muß durch eine Theorie der sozialen Konstitution der Wissenschaft begründet werden, die plausibel macht, inwiefern Wissenschafts- und Gesellschaftsstrukturen einander so entsprechen, daß eine selektive Bestimmung der ersteren durch die letzteren möglich ist.

Schlagworte: Wissenschaftssoziologie; Wissenschaft; Wissenschaftsgeschichte; Erkenntnisinteresse; Paradigma; Evolutionstheorie; Umwelt; Alternative; Entwicklung; Fortschritt; Externe Steuerung