Logo in der Kopfzeile
Kopfzeile

ZfS, Jg. 1, Heft 2 (1972)

Soziale Mobilität und die Wahrnehmung gesellschaftlicher Ungleichheit

Karl Ulrich Mayer

Zusammenfassung: Als Bezugsrahmen zur Definition und Messung von Bewegungen dient den meisten gesamtgesellschaftlichen Mobilitätsuntersuchungen eine Hierarchie von Berufsprestigegruppen. Sollen gemessene Bewegungen subjektiv interpretierten Mobilitätserfahrungen entsprechen, so muß vorausgesetzt werden, daß dieses Modell gesellschaftlicher Ungleichheit auch die Richtung und Dimension von Mobilitätsorientierungen beschreibt. Empirische Daten über Vorstellungen sozialer Ungleichheit widersprechen jedoch sowohl der Annahme eines Konsensus über Dimensionen und Binnenstruktur des Schichtungssystems als auch der Theorie einer schichtspezifischen Wahrnehmung gesellschaftlicher Differenzierung. Gilt dieser Sachverhalt nicht nur die von uns untersuchte Teilpopulation, entfällt die Möglichkeit einer einheitlichen Definition und Messung von Mobilitätsverhalten auf der Basis gemeinsamer Mobilitätsorientierung.

Schlagworte: Soziale Ungleichheit; Soziale Schichtung; Soziale Mobilität; Wahrnehmung; Mobilitätsorientierung; Berufsprestige