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ZfS, Jg. 1, Heft 1 (1972)

Statistische Signifikanz und sozialwissenschaftliche Relevanz

Jürgen Kriz

Zusammenfassung: Grundlage statistischer Entscheidungsmodelle ist eine unrealistische Nullhypothese - dies führt zu einer Gefahr der Fehlinterpretation, wenn Signifikanztests nicht mehr nur ein Glied in einer von der sozialwissenschaftlichen Fragestellung her relevanten Forschung darstellen, sondern heute oftmals zum Ritual werden, indem sie als Rechtfertigung für die Forschung dienen und so den Anspruch eines Relevanzkriteriums erheben. Ein solcher - an ihrer ursprünglichen Konzeption gemessener - Mißbrauch der Signifikanztests kann möglicherweise verringert werden, wenn man Entscheidungsmodelle so umformuliert, daß der Forscher gezwungen wird, bestimmte Gesichtspunkte der Relevanz - die, wie gezeigt wird, auf jeden Fall implizit in die Signifikanztests eingehen - explizit zu formulieren. Dies wird exemplarisch am Beispiel des t-Test-Modells diskutiert, und daraus wird ein solches Alternativmodell ansatzweise entwickelt.

Schlagworte: Statistik; Statistisches Entscheidungsmodell; Signifikanztest; Test; Relevanz; t-Test-Modell; Kritik