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ZfS, Jg. 1, Heft 1 (1972)

Klassenlage und Interessenorientierung

Lothar Hack, Wulf Krause, Ute Schmidt

Zusammenfassung: Die Konstitution von Bewußtseinsstrukturen und Verhaltensmustern ist zu begreifen im Kontext der doppelten Konstitution sozialer Realität. Die Analyse des Einflusses von Kultur und Subkultur auf Verhalten und Bewußtsein verweist zurück auf die objektiven Bedingungen, auf deren Grundlage die als Problemlösungsstrategien faßbaren kulturellen Muster entstehen bzw. entstanden sind. Diese objektiven Bedingungen resultieren aus dem objektiven Konstituionsprozeß, dessen ideeller Ausdruck vor allem in drei Bestimmungen geschehen kann: (1.) Arbeitskraft als Ware, (2.) Produktionsprozeß als widersprüchliche Einheit von Arbeitsprozeß und dominierendem Verwertungsprozeß, (3.) doppelt gebrochene Kooperation als spezifische Form des gesellschaftlichen Charakters der Arbeit. In diesen Konstitutionsbestimmungen begreifbar geschieht die ständige Produktion und Reproduktion der sozialen Realität, deren Verselbständigung und Fremdwerden aber bedeuten, daß das bereits Produzierte je subjektiv noch einmal eingeholt werden muß in einem zweiten, subjektiven Konstitutionsprozeß. Die Vermittlung zwischen den beiden Konstitutionsprozessen wird (a) in spezifischer Form in den kulturellen Mustern tradiert und geschieht (b) immer neu im Handeln in sozialen Situationen, aus dem auch die kulturellen Muster einmal hervorgegangen sind. Es wird versucht, den spezifischen Gegenstand aus diesem Kontext heraus zu entfalten.

Schlagworte: Soziale Klasse; Klassenlage; Bewusstsein; Bewusstseinsbildung; Verhalten; Arbeit; Produktion; Reproduktion; Industriearbeiter; Kultur; Entfremdung