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ZfS, Jg. 37, Heft 1 (2008)

Stratifikation durch Evaluation: Mechanismen der Konstruktion von Statushierarchien in der Forschung

Richard Münch

Zusammenfassung: Der Aufsatz behandelt die Frage, warum, auf welche Weise und mit welchen Konsequenzen zentral organisierte Verfahren zur Evaluation der Forschungsleistungen von Fachbereichen - als Teil einer durch New Public Management forcierten Governance durch Peer Review und/oder Kennziffern - nicht einfach Leistungsdifferenzen und eine entsprechende Rangordnung messen bzw. ermitteln, sondern diese Differenzen und die Rangordnung selbst konstruieren, reproduzieren und verfestigen. Es wird zunächst eine Fallstudie zur Evaluation der Wirtschaftswissenschaften in Bayern im Jahre 1999 in zwei Schritten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Fallstudie werden dann theoretisch im Hinblick auf Ursachen, Begleiterscheinungen und Konsequenzen interpretiert und erklärt. Der wesentliche Befund besteht darin, dass zentral veranstaltete vergleichende Evaluationen von Fachbereichen dazu beitragen, sich selbst reproduzierende Statushierarchien zu erzeugen. Es werden drei Mechanismen der Konstruktion und drei Mechanismen der Reproduktion von Statushierarchien offengelegt.

Schlagworte: Evaluationsforschung; Wissenschaftssoziologie; Forschungsevaluation; Vergleichbarkeit; Steuerung; Statushierarchien; Peer Review; Kennzahlen