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ZfS, Jg. 36, Heft 5 (2007)

Neuere Entwicklungen in der Handlungstheorie. Ein Kommentar zu den Beiträgen von Kroneberg und Kron

Christian Etzrodt

Zusammenfassung: Im Beitrag wird evaluiert, inwieweit die in dieser Zeitschrift vorgestellten multivariablen Erklärungsmodelle des menschlichen Verhaltens von Clemens Kroneberg und Thomas Kron einen Fortschritt der Theorieentwicklung darstellen. Zur Beurteilung dieses "Fortschritts" werden alternative Forschungsansätze vom methodologischen Gesichtspunkt aus diskutiert. Der erste alternative Forschungsansatz ist die Formulierung von präzisen eindimensionalen Theorien, die zwar leicht falsifizierbar, aber in der Regel auch falsifiziert sind, wie z. B. die klassische Rational-Choice-Theorie. Die zweite Alternative ist die Konstruktion von willkürlichen Systemen von Idealtypen, die nicht falsifizierbar sind und daher keine Erklärungen leisten können, sondern lediglich als Interpretationsschema dienen. Die Forschungsansätze von Kroneberg und Kron, die nicht nur erklären wollen, sondern auch verschiedene Variablen berücksichtigen, wären somit in der Tat ein wichtiger Fortschritt. Das Problem dieser beiden Modelle ist aber, dass sie diesen Anspruch nicht erfüllen können. Krons Modell ist entweder nicht falsifizierbar oder bereits falsifiziert, und die Falsifizierbarkeit von Kronebergs Theorie ist äußerst fraglich.

Schlagworte: Handlungstheorie; Replik; Kroneberg; Kron