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ZfS, Jg. 36, Heft 4 (2007)

Keine ganz normalen Organisationen. Eine Erwiderung auf Stefan Kühls Artikel: "Ganz normale Organisationen. Organisationssoziologische Interpretationen simulierter Brutalitäten"

Thomas Klatetzki

Zusammenfassung: Der Beitrag setzt sich mit Stefan Kühls organisationssoziologischer Interpretation simulierter Brutalitäten auseinander. Kühl vertritt die These, dass in so berühmten sozialpsychologischen Experimenten wie Stanley Milgrams Untersuchungen zur Gehorsamsbereitschaft oder Philipp Zimbardos Standord Prison Experiment ungewollt und unbewusst ganz normale Organisationen simuliert worden seien und dass die in den Experimenten zu beobachtenden brutalen Verhaltensweisen auf die Wirkung dieses Typs von Sozialsystem zurückzuführen sind. In dem Artikel wird die Auffassung vertreten, dass Kühls These falsch ist und dass seine organisationssoziologische Neuinterpretation den vorliegenden sozialpsychologischen Erklärungen kein neues Wissen hinzufügt. Der wesentliche Grund für Kühls Fehlinterpretation ist ein verkürztes Verständnis organisationssoziologischer Begriffe in Verbindung mit einer aufwärtsreduktionistischen Erklärungsstrategie.

Schlagworte: Organisationssoziologie; Simulierte Brutalitäten; Replik; Kühl